Der ganz normale Wahnsinn
Am 8.9.14 war es soweit. Das dritte Trimester der
Abatoschool begann, und wie. Nämlich erstmal typisch ugandisch 90 Minuten
später als vorgesehen. Beginnen wir am Anfang. Wir sollten um 7:45 Uhr fertig
im Haus auf Moses warten, dieser wollte zuerst die Kinder die nicht in
Laufdistanz wohnen zur Schule fahren, dann uns abholen und dann mit uns
schnurstracks zur Abatoschool. Moses Ankunft verzögerte sich leider, so dass
wir im Endeffekt ca. um 9 Uhr an der Schule waren (um 8 sollte der Unterricht
beginnen). Dort angekommen sahen wir das Chaos: Alle Kinder tollten vor der
Schule herum nur ganz wenige waren in ihren Klassen. Es waren noch nicht alle
Lehrer da und die die da waren, waren mit Unterrichtsvorbereitung oder
Klassenraum putzen beschäftigt. Das alles ist typisch für Uganda und Moses ein
großer Dorn im Auge. Wir als Deutsche merken hier tatsächlich immer wieder was
die guten alten deutschen Tugenden so Wert sind. Und Moses erzählt uns ständig,
wie gerne er diese in die ugandische Gesellschaft einführen würde. Nachdem dann
eine halbe Stunde lang dies und das gemacht wurde, ging es für die meisten
Klassen los. Merkwürdig, dass irgendwie keine Klasse zeitgleich mit einer
anderen begann, sondern alle einfach wenn der Lehrer so weit war. In Woche 1
kommen auch noch nicht alle Kinder. Der Grund dafür ist mir persönlich ein
Rätsel. Vielleicht sind manche einfach so massiv verspätet, dass sie eine Woche
brauchen um zu checken, dass die Schule anfängt? Ich weiß es nicht, ich
verstehe es nicht, ich finde es unfassbar, aber es ist halt so.
Da wir noch einiges an Plakatierarbeiten und
Organisatorischem zu erledigen hatten gingen wir erstmal nicht mit in die
Klassen. Um ca. 12 Uhr war Team Deutschland fertig mit all seinen Aufgaben,
also beschlossen wir jeder in eine Klasse zu gehen, den Unterricht, die Lehrer
und die Kinder besser kennenzulernen. Christina saß bei Mr. Charles im
Unterricht. Der wohl beste Lehrer der Abatoschool hatte seinen komplette Stunde
sehr gut vorbereitet und strukturiert, sogar einen Lesson-plan gemacht, was die
Kinder wie lernen und was sie nach der Stunde können müssen. Anne war im
Matheunterricht bei einer Lehrerin, die sehr seltsam schriftliches Addieren
erklärte. Anne hat versucht den Kindern so gut wie möglich zu helfen, mit
Steinen zur Visualisierung, aber es ist und bleibt sehr schwer den Kindern hier
effektiv etwas beizubringen. Ich kam in eine Klasse deren Lehrerin gerade nicht
drin war. Stillarbeit war eigentlich angesagt aber einige Schüler waren bereits
fertig mit ihrer Aufgabe. Die Aufgaben waren ungefähr so: „Ergänze den
fehlenden Buchstaben im folgenden Wort: Sch_le“, keine große Herausforderung
sollte man meinen, doch das Niveau der Schüler war sehr unterschiedlich. Manche
hatten alles richtig, andere waren nicht in der Lage korrekt von der Tafel
abzuschreiben. Ich half denen, die Hilfe brauchten so gut ich konnte, aber ob
sie es am Ende wirklich verstanden haben, bleibt erstmal fraglich.
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