Dienstag, 9. September 2014

Schulstart

Der ganz normale Wahnsinn

Am 8.9.14 war es soweit. Das dritte Trimester der Abatoschool begann, und wie. Nämlich erstmal typisch ugandisch 90 Minuten später als vorgesehen. Beginnen wir am Anfang. Wir sollten um 7:45 Uhr fertig im Haus auf Moses warten, dieser wollte zuerst die Kinder die nicht in Laufdistanz wohnen zur Schule fahren, dann uns abholen und dann mit uns schnurstracks zur Abatoschool. Moses Ankunft verzögerte sich leider, so dass wir im Endeffekt ca. um 9 Uhr an der Schule waren (um 8 sollte der Unterricht beginnen). Dort angekommen sahen wir das Chaos: Alle Kinder tollten vor der Schule herum nur ganz wenige waren in ihren Klassen. Es waren noch nicht alle Lehrer da und die die da waren, waren mit Unterrichtsvorbereitung oder Klassenraum putzen beschäftigt. Das alles ist typisch für Uganda und Moses ein großer Dorn im Auge. Wir als Deutsche merken hier tatsächlich immer wieder was die guten alten deutschen Tugenden so Wert sind. Und Moses erzählt uns ständig, wie gerne er diese in die ugandische Gesellschaft einführen würde. Nachdem dann eine halbe Stunde lang dies und das gemacht wurde, ging es für die meisten Klassen los. Merkwürdig, dass irgendwie keine Klasse zeitgleich mit einer anderen begann, sondern alle einfach wenn der Lehrer so weit war. In Woche 1 kommen auch noch nicht alle Kinder. Der Grund dafür ist mir persönlich ein Rätsel. Vielleicht sind manche einfach so massiv verspätet, dass sie eine Woche brauchen um zu checken, dass die Schule anfängt? Ich weiß es nicht, ich verstehe es nicht, ich finde es unfassbar, aber es ist halt so.


Da wir noch einiges an Plakatierarbeiten und Organisatorischem zu erledigen hatten gingen wir erstmal nicht mit in die Klassen. Um ca. 12 Uhr war Team Deutschland fertig mit all seinen Aufgaben, also beschlossen wir jeder in eine Klasse zu gehen, den Unterricht, die Lehrer und die Kinder besser kennenzulernen. Christina saß bei Mr. Charles im Unterricht. Der wohl beste Lehrer der Abatoschool hatte seinen komplette Stunde sehr gut vorbereitet und strukturiert, sogar einen Lesson-plan gemacht, was die Kinder wie lernen und was sie nach der Stunde können müssen. Anne war im Matheunterricht bei einer Lehrerin, die sehr seltsam schriftliches Addieren erklärte. Anne hat versucht den Kindern so gut wie möglich zu helfen, mit Steinen zur Visualisierung, aber es ist und bleibt sehr schwer den Kindern hier effektiv etwas beizubringen. Ich kam in eine Klasse deren Lehrerin gerade nicht drin war. Stillarbeit war eigentlich angesagt aber einige Schüler waren bereits fertig mit ihrer Aufgabe. Die Aufgaben waren ungefähr so: „Ergänze den fehlenden Buchstaben im folgenden Wort: Sch_le“, keine große Herausforderung sollte man meinen, doch das Niveau der Schüler war sehr unterschiedlich. Manche hatten alles richtig, andere waren nicht in der Lage korrekt von der Tafel abzuschreiben. Ich half denen, die Hilfe brauchten so gut ich konnte, aber ob sie es am Ende wirklich verstanden haben, bleibt erstmal fraglich.

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