Feldarbeit
Um die Kinder in der Abato School und auch die eigene
Familie zufeldlässig und kostengünstig mit Lebensmitteln versorgen zu können,
hat Moses beschlossen ein Stück einer organischen Farm zu erschließen. Darum
heißt es für uns nun Feldarbeit. Etwas einfeldig dachte ich, das kann ja nicht
so schwer sein, ein Feld zu bestellen. Falsch gedacht, dass ist eine dieser
Arbeiten, die einem schon nach einigen Minuten sehr schwer feld.
Oh sind mir da ein paar Feldsprecher unterlaufen? Okay –
genug schlechte Feldwortspiele – auf zum eigentlichen Inhalt:
Wir kamen also an, gefühlt mitten im Busch, und bekamen
erklärt, dass wir nun mit unseren Harken ein großes Stück der mit Baumstümpfen,
Sträuchern, Kräutern, Termitenhügeln und sonstigem Kram bewachsenen Fläche beackern
sollten. Alle zusammen machten wir uns ans Werk. Harke in den Boden hauen, ein
kleines Stück Acker freilegen, Harke wieder in den Boden hauen und so weiter.
Meine Bewunderung für alle Landwirte und Feldarbeiter stieg von Minute zu
Minute. Das war richtig schweißtreibende, harte Arbeit. Witzig war, dass weil
wir so viel Erdreich und Kleingetier freilegten plötzlich eine fröhliche Schar
Hühner hinter uns auftauchte und ein Festmahl auf dem Acker genoss. Unsere
Werkzeuge ließen mit der Zeit leider immer mehr zu Wünschen übrig, denn die Harken brachen eine nach der anderen
von ihrem Stil und wurden ständig ‚repariert‘ = man haut ein Stück Stil mit der
Machete ab und hämmert ein kleineres Holzstück in die entstandene Lücke, so
dass die Harke für fünf weitere Stiche einsatzbereit ist und dann erneut
repariert werden muss – Hurra.
Die Machete dient hier übrigens als Universalwerkzeug, sie
wird eingesetzt als Säge, Messer, Schaufel, Harke, Schuhputzmaschine,
Armverlängerung, Fluxkompensator und Teilchenbeschleuniger. Mein nächster
Patentantrag wird die Schweizer-Taschen-Machete. Damit wird man hier in Uganda
reich.
Nach einigen Stunden (genau weiß ich es nicht mehr, wohl so
4-5) hatten wir gut was geschafft und alle waren total müde. Moses beendete den
Tag mit der guten Nachricht, dass wir das insgesamt mit einem Hektar Land
vorhaben (das heißt ca. ¼ war erledigt). Er denkt in einer Woche sollte das zu
schaffen sein. Die Blasen an meinen Händen sagen Danke. Und trotzdem: Wenn wir
erstmal Mais, Bohnen und Cassava gepflanzt haben und die Kids davon essen
können, werde ich froh und stolz sein, dass wir unseren Beitrag dazu geleistet
haben.
Julian
Mir gefeld euer bericht
AntwortenLöschen