Dienstag, 2. September 2014

auf dem Weg zur Selbstversorgung

Feldarbeit

Um die Kinder in der Abato School und auch die eigene Familie zufeldlässig und kostengünstig mit Lebensmitteln versorgen zu können, hat Moses beschlossen ein Stück einer organischen Farm zu erschließen. Darum heißt es für uns nun Feldarbeit. Etwas einfeldig dachte ich, das kann ja nicht so schwer sein, ein Feld zu bestellen. Falsch gedacht, dass ist eine dieser Arbeiten, die einem schon nach einigen Minuten sehr schwer feld.

Oh sind mir da ein paar Feldsprecher unterlaufen? Okay – genug schlechte Feldwortspiele – auf zum eigentlichen Inhalt:

Wir kamen also an, gefühlt mitten im Busch, und bekamen erklärt, dass wir nun mit unseren Harken ein großes Stück der mit Baumstümpfen, Sträuchern, Kräutern, Termitenhügeln und sonstigem Kram bewachsenen Fläche beackern sollten. Alle zusammen machten wir uns ans Werk. Harke in den Boden hauen, ein kleines Stück Acker freilegen, Harke wieder in den Boden hauen und so weiter. Meine Bewunderung für alle Landwirte und Feldarbeiter stieg von Minute zu Minute. Das war richtig schweißtreibende, harte Arbeit. Witzig war, dass weil wir so viel Erdreich und Kleingetier freilegten plötzlich eine fröhliche Schar Hühner hinter uns auftauchte und ein Festmahl auf dem Acker genoss. Unsere Werkzeuge ließen mit der Zeit leider immer mehr zu Wünschen übrig,  denn die Harken brachen eine nach der anderen von ihrem Stil und wurden ständig ‚repariert‘ = man haut ein Stück Stil mit der Machete ab und hämmert ein kleineres Holzstück in die entstandene Lücke, so dass die Harke für fünf weitere Stiche einsatzbereit ist und dann erneut repariert werden muss – Hurra.

Die Machete dient hier übrigens als Universalwerkzeug, sie wird eingesetzt als Säge, Messer, Schaufel, Harke, Schuhputzmaschine, Armverlängerung, Fluxkompensator und Teilchenbeschleuniger. Mein nächster Patentantrag wird die Schweizer-Taschen-Machete. Damit wird man hier in Uganda reich.


Nach einigen Stunden (genau weiß ich es nicht mehr, wohl so 4-5) hatten wir gut was geschafft und alle waren total müde. Moses beendete den Tag mit der guten Nachricht, dass wir das insgesamt mit einem Hektar Land vorhaben (das heißt ca. ¼ war erledigt). Er denkt in einer Woche sollte das zu schaffen sein. Die Blasen an meinen Händen sagen Danke. Und trotzdem: Wenn wir erstmal Mais, Bohnen und Cassava gepflanzt haben und die Kids davon essen können, werde ich froh und stolz sein, dass wir unseren Beitrag dazu geleistet haben.

Julian

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