Samstag, 13. September 2014

Fußball im Nationalstadion

Uganda vs. Guinea

Über Freunde hatten wir erfahren, dass am Mittwoch ein Spiel der ugandischen Nationalmannschaft in Kampala stattfindet. Auch die eher Fußball verschmähenden Mädels waren sofort dafür, dass wir diese Erfahrung mitnehmen, also ging es ab ins Nelson Mandela Stadium. Moses, selbst ehemaliger Jugendnationalspieler für Uganda hat sich bereit erklärt uns zu fahren und war gleichzeitig zum ersten Mal als Zuschauer in diesem Stadion. Vor dem Stadion haben wir uns mit Andrew getroffen, einem Freund von uns, den wir auch prompt am Eingang wieder verloren haben. Reingehen war nämlich gar nicht mal so einfach: Massenhaft Menschen vor schmalen Durchgängen, die partout nicht aufgehen wollten. Eine viertel Stunde vor Anpfiff standen wir immer noch in einer drängenden Masse, umgeben von Militärpräsenz (das ist hier relativ normal – Maschinengewehre sieht man in Uganda ständig). Fünf Minuten vor Anpfiff standen wir dann in unserem Block, hatten allerdings keine Zeit mehr gehabt nach Andrew zu suchen. Als das Spiel losging war die Stimmung richtig gut, gefühlt waren nur Ugander und einige Touristen in Uganda Shirts im Stadion, so dass das Guinea Team ohne zwölften Mann spielen musste. Als Andrew uns anrief, bin ich mit Christina raus, um ihn zu uns zu holen und noch  an ein obligatorisches Stadionbier zu kommen. Wenn man schon mal Deutscher ist und beim Fußball, dann muss auch die Bierkultur gewahrt werden! Dummerweise hörte ich als ich gerade ein kühles Nile Special in einen Plastikbecher umgefüllt bekam, ohrenbetäubendes Johlen und Kreischen und Jubeln und Ausrasten. Jap – Tor Nummer 1 für Uganda hatte ich verpasst. Zum Glück sollte als ich drin war auch noch Tor 2 folgen und das war richtig sehenswert. Seitlich aus 12m angedreht in den Winkel. Geiles Ding.

Das eigentliche Highlight sollte aber dann in Hälfte Zwei folgen, auch wenn keine Tore mehr fielen. In einer Phase in der Guinea stärker wurde und das ugandische Team gefühlt vor dem ersten Gegentor stand, ging plötzlich das Licht aus. Zack, Dunkel. Ein Lichtmeer aus Handys der Fans erhellte das Stadion und der Sprecher versicherte über die Boxen: „Power will be back in a few minutes, please stay calm.“ Moment … über die Boxen? Über die elektronisch funktionierenden Boxen? Wieso sind die noch aktiv, wenn doch der Strom ausgefallen war? Moses hatte später am Abend die Erklärung für mich: Er glaubt es war ein Trick der Heimmannschaft. Um die Fahrt aus dem Spiel des Gegners zu nehmen, hat man diese Unterbrechung erzwungen und Uganda hat das 2:0 über die Zeit gebracht. Wir haben nur Indizien dafür, aber es klingt plausibel. Das wäre zwar hammerhart, aber passt auch irgendwie gut hier rein. Wie auch immer: Go Cranes! Go Uganda!

Julian

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