Uganda vs. Guinea
Über Freunde hatten wir erfahren, dass am Mittwoch ein Spiel
der ugandischen Nationalmannschaft in Kampala stattfindet. Auch die eher Fußball
verschmähenden Mädels waren sofort dafür, dass wir diese Erfahrung mitnehmen,
also ging es ab ins Nelson Mandela Stadium. Moses, selbst ehemaliger
Jugendnationalspieler für Uganda hat sich bereit erklärt uns zu fahren und war
gleichzeitig zum ersten Mal als Zuschauer in diesem Stadion. Vor dem Stadion haben
wir uns mit Andrew getroffen, einem Freund von uns, den wir auch prompt am
Eingang wieder verloren haben. Reingehen war nämlich gar nicht mal so einfach:
Massenhaft Menschen vor schmalen Durchgängen, die partout nicht aufgehen
wollten. Eine viertel Stunde vor Anpfiff standen wir immer noch in einer drängenden
Masse, umgeben von Militärpräsenz (das ist hier relativ normal –
Maschinengewehre sieht man in Uganda ständig). Fünf Minuten vor Anpfiff standen
wir dann in unserem Block, hatten allerdings keine Zeit mehr gehabt nach Andrew
zu suchen. Als das Spiel losging war die Stimmung richtig gut, gefühlt waren
nur Ugander und einige Touristen in Uganda Shirts im Stadion, so dass das
Guinea Team ohne zwölften Mann spielen musste. Als Andrew uns anrief, bin ich mit
Christina raus, um ihn zu uns zu holen und noch an ein obligatorisches Stadionbier zu kommen. Wenn
man schon mal Deutscher ist und beim Fußball, dann muss auch die Bierkultur
gewahrt werden! Dummerweise hörte ich als ich gerade ein kühles Nile Special in
einen Plastikbecher umgefüllt bekam, ohrenbetäubendes Johlen und Kreischen und
Jubeln und Ausrasten. Jap – Tor Nummer 1 für Uganda hatte ich verpasst. Zum Glück
sollte als ich drin war auch noch Tor 2 folgen und das war richtig sehenswert. Seitlich
aus 12m angedreht in den Winkel. Geiles Ding.
Das eigentliche Highlight sollte aber dann in Hälfte Zwei
folgen, auch wenn keine Tore mehr fielen. In einer Phase in der Guinea stärker
wurde und das ugandische Team gefühlt vor dem ersten Gegentor stand, ging
plötzlich das Licht aus. Zack, Dunkel. Ein Lichtmeer aus Handys der Fans
erhellte das Stadion und der Sprecher versicherte über die Boxen: „Power will
be back in a few minutes, please stay calm.“ Moment … über die Boxen? Über die
elektronisch funktionierenden Boxen? Wieso sind die noch aktiv, wenn doch der
Strom ausgefallen war? Moses hatte später am Abend die Erklärung für mich: Er
glaubt es war ein Trick der Heimmannschaft. Um die Fahrt aus dem Spiel des
Gegners zu nehmen, hat man diese Unterbrechung erzwungen und Uganda hat das 2:0
über die Zeit gebracht. Wir haben nur Indizien dafür, aber es klingt plausibel.
Das wäre zwar hammerhart, aber passt auch irgendwie gut hier rein. Wie auch immer:
Go Cranes! Go Uganda!
Julian

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