Wir verschönern die Abato School
Nachdem die ersten Tage von Ankommen und Gepäckorganisation
geprägt waren, konnte es an Tag vier dann endlich losgehen. Anne und ich hatten
die Gelegenheit etwas für die Kinder zu tun, wenn auch vorerst nur indirekt,
denn es sind gerade Schulferien. In Uganda hat ein Schuljahr übrigens drei
Teile (im Gegensatz zu den deutschen ,Halbjahren‘ sind es hier eben Drittel)
und der letzte Teil beginnt am 8. September. Moses hat uns allerdings erzählt,
dass die Abato School wahrscheinlich schon am 1. September ihre Pforten wieder
öffnet, da die Kinder es kaum abwarten können zurückzukommen. Das merkt man
auch gleich, wenn man dorthin fährt. Obwohl Ferien sind, tummeln sich ständig
Kinder um die Schule oder das neue Fußballfeld und begrüßen Moses und die
anderen ganz freundlich, wenn sie ankommen. Fun fact: Viele Kinder nennen Moses
„Master“, weil er Headmaster (=Schuldirektor) der Abato School ist. Uns
begrüßen die Kindern stets schüchtern, aber doch sehr neugierig. Sie grinsen,
winken, manche rufen „Hello“ oder „Goodbye“ oder „Muzungu“ oder sonst was auf
Luganda, was ich dann nicht verstehe.
Als wir also an der Schule ankamen war es unsere erste Aufgabe
die Türen anzustreichen. Die Türen sind übrigens noch recht neu, die Abato
School musste vorerst ohne Türen und Fenster auskommen. Türen und Türschlösser
sind da, Fenster geplant. Ein freundliches Gelb sollten die Pforten bekommen.
Anne und ich gingen prompt und sehr deutsch an die Arbeit. Anne macht den
unteren Teil, ich den Oberen (aus physiologischen Gründen aka ich bin größer).
Das ist effizient, geht schnell und wird gründlich gemacht. Leider waren die
Leute die vor uns dort gearbeitet haben und das Gebäude blau angestrichen haben
nicht so gründlich, weswegen die Türen jede Menge blaue (nach dem übermalen mit
gelb nun grüne) Farbflecken haben. Naja freundlicher wirkt es jetzt trotzdem.
Fertig mit den Türen machten wir uns direkt daran, die
Klassenräume zu säubern und aufzuräumen. Weil das Dach nochmals ausgebessert
wurde, lag überall Bauschutt und eine Menge Staub hatte sich auf den größtenteils
unbetonierten Boden gelegt. Anne und ich arbeiteten hart und mit Hilfe des
zwölfjährigen und super motivierten Edward (Schüler an der Abato School) hatten
wir schnell drei der sechs Klassenzimmer auf Vordermann gebracht. Nächste Aufgabe: Bänke bauen. Anne und ich waren wieder top motiviert und haben in kurzer Zeit viele Bänke repariert und gleich sechs neue gebaut. Kurz was
getrunken und dann … war Ende?! Ich war ehrlich gesagt etwas verwirrt. Nach
knapp 4h Arbeit sagte Moses, dass wir nun nach Hause zurückfahren, uns etwas
ausruhen und morgen weitermachen. Ich dachte wir schuften und schuften und
schuften den ganzen Tag, Anne wusste es besser: Afrikaner arbeiten zwar hart,
aber wenn sie müde sind, dann sind sie müde. Und so endete unser erster
richtiger Arbeitstag.
Am nächsten Tag haben wir da weitergemacht, wo wir aufgehört
haben und noch viel mehr angegangen: Die restlichen Klassenräume sind nun auch
sauber, ich habe alte Bänke mit Hammer und Nagel wieder etwas mehr fixiert,
Anne hat die Reifen auf denen die Kinder spielen (die sind im Boden fest)
bemalt und Kirabo hat neue Pflanzen vor der Schule gesetzt. Es ist wirklich
schön, dass der Fortschritt, bei dem was wir hier arbeiten, so greifbar ist,
man sieht, was man geschafft hat. Leider wurden wir heute von sehr starkem
Regen überrascht, so dass alle die gearbeitet haben in einen Klassenraum
flüchten mussten und wir etwas über eine Stunde unter einem Wellblechdach
verbrachten, auf dass der Regen so laut prasselte, dass ich mich immer wieder
fragte, ob der Lehrer schreien muss, wenn es während des Unterrichts regnet.
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