Donnerstag, 28. August 2014

Die Arbeit beginnt

Wir verschönern die Abato School


Nachdem die ersten Tage von Ankommen und Gepäckorganisation geprägt waren, konnte es an Tag vier dann endlich losgehen. Anne und ich hatten die Gelegenheit etwas für die Kinder zu tun, wenn auch vorerst nur indirekt, denn es sind gerade Schulferien. In Uganda hat ein Schuljahr übrigens drei Teile (im Gegensatz zu den deutschen ,Halbjahren‘ sind es hier eben Drittel) und der letzte Teil beginnt am 8. September. Moses hat uns allerdings erzählt, dass die Abato School wahrscheinlich schon am 1. September ihre Pforten wieder öffnet, da die Kinder es kaum abwarten können zurückzukommen. Das merkt man auch gleich, wenn man dorthin fährt. Obwohl Ferien sind, tummeln sich ständig Kinder um die Schule oder das neue Fußballfeld und begrüßen Moses und die anderen ganz freundlich, wenn sie ankommen. Fun fact: Viele Kinder nennen Moses „Master“, weil er Headmaster (=Schuldirektor) der Abato School ist. Uns begrüßen die Kindern stets schüchtern, aber doch sehr neugierig. Sie grinsen, winken, manche rufen „Hello“ oder „Goodbye“ oder „Muzungu“ oder sonst was auf Luganda, was ich dann nicht verstehe.

Als wir also an der Schule ankamen war es unsere erste Aufgabe die Türen anzustreichen. Die Türen sind übrigens noch recht neu, die Abato School musste vorerst ohne Türen und Fenster auskommen. Türen und Türschlösser sind da, Fenster geplant. Ein freundliches Gelb sollten die Pforten bekommen. Anne und ich gingen prompt und sehr deutsch an die Arbeit. Anne macht den unteren Teil, ich den Oberen (aus physiologischen Gründen aka ich bin größer). Das ist effizient, geht schnell und wird gründlich gemacht. Leider waren die Leute die vor uns dort gearbeitet haben und das Gebäude blau angestrichen haben nicht so gründlich, weswegen die Türen jede Menge blaue (nach dem übermalen mit gelb nun grüne) Farbflecken haben. Naja freundlicher wirkt es jetzt trotzdem.


Fertig mit den Türen machten wir uns direkt daran, die Klassenräume zu säubern und aufzuräumen. Weil das Dach nochmals ausgebessert wurde, lag überall Bauschutt und eine Menge Staub hatte sich auf den größtenteils unbetonierten Boden gelegt. Anne und ich arbeiteten hart und mit Hilfe des zwölfjährigen und super motivierten Edward (Schüler an der Abato School) hatten wir schnell drei der sechs Klassenzimmer auf Vordermann gebracht. Nächste Aufgabe: Bänke bauen. Anne und ich waren wieder top motiviert und haben in kurzer Zeit viele Bänke repariert und gleich sechs neue gebaut. Kurz was getrunken und dann … war Ende?! Ich war ehrlich gesagt etwas verwirrt. Nach knapp 4h Arbeit sagte Moses, dass wir nun nach Hause zurückfahren, uns etwas ausruhen und morgen weitermachen. Ich dachte wir schuften und schuften und schuften den ganzen Tag, Anne wusste es besser: Afrikaner arbeiten zwar hart, aber wenn sie müde sind, dann sind sie müde. Und so endete unser erster richtiger Arbeitstag.
Am nächsten Tag haben wir da weitergemacht, wo wir aufgehört haben und noch viel mehr angegangen: Die restlichen Klassenräume sind nun auch sauber, ich habe alte Bänke mit Hammer und Nagel wieder etwas mehr fixiert, Anne hat die Reifen auf denen die Kinder spielen (die sind im Boden fest) bemalt und Kirabo hat neue Pflanzen vor der Schule gesetzt. Es ist wirklich schön, dass der Fortschritt, bei dem was wir hier arbeiten, so greifbar ist, man sieht, was man geschafft hat. Leider wurden wir heute von sehr starkem Regen überrascht, so dass alle die gearbeitet haben in einen Klassenraum flüchten mussten und wir etwas über eine Stunde unter einem Wellblechdach verbrachten, auf dass der Regen so laut prasselte, dass ich mich immer wieder fragte, ob der Lehrer schreien muss, wenn es während des Unterrichts regnet.

Julian

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen