Freitag, 30. Januar 2015

Spielplatz bauen

… ist nicht schwer?!

Die Kids bei Abato spielen mit allem: Was sie auch finden können, sie heben es vom Boden auf und spielen damit. Nägel, Drähte, undefinierbare Plastikteile, einfach alles. Das liegt vor allem daran, dass die Schule zwar kleine Grünflächen und ein Fußballfeld hat, aber keine festgelegten Spielbereiche für die Pausen. Um das zu ändern haben Anne und ich uns vorgenommen mit den vielen Weihnachtsspenden ein neues Projekt anzugehen: Wir bauen ein Spielplatz. Ganz low budget und ganz einfach wird das. Dachten wir. Jetzt sind wir in der Mitte des Projektes und müssen zugeben: Alles nicht so leicht, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben uns Pläne im Internet besorgt um die Spielgeräte zu bauen und die Fähigkeiten dazu besitzen wir auf jeden Fall auch. Leider fehlt es uns hier an allem Anderen. Angefangen damit, dass Werkzeuge erstmal besorgt werden müssen (Schraubenschlüssel? Nie gehört.) und diese, wenn wir sie dann endlich haben, ganz gerne mal ins Nirvana der ugandischen Unordnung verschwunden. „I don’t know where it is, I had it yesterday. But I don’t remember where I put it.” Auch super sind die Builder, die woanders auf dem Schulgelände an einem Lehrerhaus arbeiten und einfach mal unsere Nägel nehmen, so dass wir an der Schule ankommen und erstmal zurück in die Stadt müssen – neue Nägel holen.

Es gibt auch keinen Strom, so dass man einige tolle Werkzeuge wie eine Bohrmaschine vergessen kann (nicht, dass wir sowas hätten!). Stattdessen bohren wir Löcher mit einem Handbohrer in Reifen und dicke Holzpfosten. Dafür braucht man ganz viel Druck und Kraft um zu kurbeln. So viel, das wir das oft zu Viert machen. Zwei halten gegen den Pfosten, einer drückt gegen den Bohrer und einer dreht die Kurbel. Es ist einfach nur sau anstrengend und für 8 Löcher geht ein ganzer Arbeitstag drauf, nach dessen Vollendigung wir komplett am Ende unserer Kräfte sind.

Trotzdem halten wir uns tapfer, denn wir wollen den Kids einen tollen Spielplatz hinterlassen. Wir bauen gerade zwei Türme, die sich gegenüberstehen (natürlich begehbar), die mit einer Brücke aus Reifen verbunden werden sollen. Außerdem ist eine Reifenwand zum Klettern geplant und Rutschbahnen aus Beton. Viele weitere kleine Spielgeräte runden den Spielplatz hoffentlich eines Tages ab. Turm eins von zwei steht und der Zweite ist auf einem guten Weg. Außerdem hatten wir schonmal ein Reifen-Kletter-Gerät fertig, dass dann aber wegen eines Erdrutsches (ja Erdrutsch, alles spielt gegen uns!) wieder aus dem Boden genommen werden musste. Wir werden es aber wieder aufbauen. Falls wir unsere Werkzeuge finden :-P

Ganz viele Dinge scheinen ganz viel gegen uns, aber wir lassen uns nicht entmutigen. So schwer das manchmal ist, Anne und ich bauen uns gegenseitig immer wieder auf und wir bauen gemeinsam den Spielplatz auf.
Wir lassen es euch wissen, falls wir fertig werden ;-)




Julian

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