Inzest vermeiden für Ugander
Ugandas Volk ist gespalten. Die Ugander teilen sich,
abhängig von der Herkunftsregion ihrer Familie in 52 verschiedene Clans. Die
einzelnen Clans sind so eine Art erweiterte Familie (man nennt jeden im Clan
Bruder, Schwester, Onkel, Tante, Mama oder Papa) und für einen kundigen
Ugander, verrät bereits der Nachname einer Person, zu welchem Clan sie gehört.
Innerhalb einer (richtigen) Familie kann man hier auch verschiedene Nachnamen
haben. So hat Andrew einen anderen Nachnamen als sein Bruder und seine
Schwester (obwohl alle unverheiratet sind und die gleichen Eltern haben). Man
wählt einen Vornamen für sein Kind und einen Nachnamen, der lediglich zum
jeweiligen Clan gehören muss. Ein Kind gehört automatisch zum Clan des Vaters.
Jeder Clan hat ein eigenes Motto, dass aber nicht in Worten
besteht, sondern in einem bestimmten Trommelsound. Die Clans sind benannt nach
Tieren oder bestimmten Dingen/Personen. Tiere sind aber am Häufigsten. Das
bringt auch eine tolle Besonderheit mit sich, denn man darf sein Clan-Tier
nicht essen! Das ist bei Grashüpfer (hier eine Delikatesse) und Schaaf nervig,
aber wenn man zum Kuh-Clan gehört, dann hat man so richtig gelitten. Oder auch
nicht, denn die Leute vom Kuh-Clan behaupten einfach, das Wort Kuh sei
symbolisch und bedeute eigentlich Frosch. Darum essen sie Kühe. Rafftückisch!
Die zweite wichtige Regel und wahrscheinlich der Grund,
warum dieses ganze Clan Getue vor langer Zeit eingeführt wurde lautet: Du
darfst keine romantische Beziehung (so mit Küssen) mit Mitgliedern deines
eigenen Clans haben. Man muss sich seinen Partner aus einem anderen Clan
suchen. So wie ich – Saarland. Nein mal im Ernst: Diese Regel hat durchaus
Sinn, denn so wird Inzest und die damit verbundenen Folgen direkt ein Riegel
vorgeschoben. Wenn man sich in ein Clan Mitglied verliebt, hat man halt Pech.
Darum liebe Kinder merkt euch die Reihenfolge des ugandischen Kennenlernens: 1.
Wie heißt du? 2. Deinen Nachnamen wollte ich wissen!? 3. Hallo.
Anne und ich haben auch Clanzugehörigkeiten. Ich habe
einfach den Clan meines Host-Fathers (Moses Kalanzi) angenommen und bin somit
Grasshopper. Einmal habe ich gesündigt und Grashüpfer gegessen, musste ich aber
mal probieren. Anne wurde (damit wir zusammen sein können) von den Ugandern in
einen besonderen Clan gesteckt: Nasuna, der Clan der Prinzessinnen.
Julian
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen