Sonntag, 7. Dezember 2014

Clans

Inzest vermeiden für Ugander

Ugandas Volk ist gespalten. Die Ugander teilen sich, abhängig von der Herkunftsregion ihrer Familie in 52 verschiedene Clans. Die einzelnen Clans sind so eine Art erweiterte Familie (man nennt jeden im Clan Bruder, Schwester, Onkel, Tante, Mama oder Papa) und für einen kundigen Ugander, verrät bereits der Nachname einer Person, zu welchem Clan sie gehört. Innerhalb einer (richtigen) Familie kann man hier auch verschiedene Nachnamen haben. So hat Andrew einen anderen Nachnamen als sein Bruder und seine Schwester (obwohl alle unverheiratet sind und die gleichen Eltern haben). Man wählt einen Vornamen für sein Kind und einen Nachnamen, der lediglich zum jeweiligen Clan gehören muss. Ein Kind gehört automatisch zum Clan des Vaters.

Jeder Clan hat ein eigenes Motto, dass aber nicht in Worten besteht, sondern in einem bestimmten Trommelsound. Die Clans sind benannt nach Tieren oder bestimmten Dingen/Personen. Tiere sind aber am Häufigsten. Das bringt auch eine tolle Besonderheit mit sich, denn man darf sein Clan-Tier nicht essen! Das ist bei Grashüpfer (hier eine Delikatesse) und Schaaf nervig, aber wenn man zum Kuh-Clan gehört, dann hat man so richtig gelitten. Oder auch nicht, denn die Leute vom Kuh-Clan behaupten einfach, das Wort Kuh sei symbolisch und bedeute eigentlich Frosch. Darum essen sie Kühe. Rafftückisch!

Die zweite wichtige Regel und wahrscheinlich der Grund, warum dieses ganze Clan Getue vor langer Zeit eingeführt wurde lautet: Du darfst keine romantische Beziehung (so mit Küssen) mit Mitgliedern deines eigenen Clans haben. Man muss sich seinen Partner aus einem anderen Clan suchen. So wie ich – Saarland. Nein mal im Ernst: Diese Regel hat durchaus Sinn, denn so wird Inzest und die damit verbundenen Folgen direkt ein Riegel vorgeschoben. Wenn man sich in ein Clan Mitglied verliebt, hat man halt Pech. Darum liebe Kinder merkt euch die Reihenfolge des ugandischen Kennenlernens: 1. Wie heißt du? 2. Deinen Nachnamen wollte ich wissen!? 3. Hallo.

Anne und ich haben auch Clanzugehörigkeiten. Ich habe einfach den Clan meines Host-Fathers (Moses Kalanzi) angenommen und bin somit Grasshopper. Einmal habe ich gesündigt und Grashüpfer gegessen, musste ich aber mal probieren. Anne wurde (damit wir zusammen sein können) von den Ugandern in einen besonderen Clan gesteckt: Nasuna, der Clan der Prinzessinnen.



Julian

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen