Montag, 3. November 2014

Murchison (Katastro-)Falls Nationalpark – Teil 1

Der Weg ist nicht mein Ziel

Am Mittwoch wollten wir gemeinsam mit Andrew in den Murchison Falls Nationalpark fahren. Der flächenmäßig größte Nationalpark Ugandas lockt mit einer riesigen Vielfalt an Tieren und wunderschöner Natur. Hauptattraktion ist der 6m breite Wasserfall, an dem der Nil in eine tiefe Schlucht stürzt. So die Broschüre…

Nach einiger Zeit hier könnte man meinen, man gewöhne sich daran, dass nie etwas so läuft, wie man es plant oder es sich vorstellt, aber so ist es nicht. Anne und ich hatten den Trip gut geplant und durchkalkuliert, was wir an Budget mitnehmen müssten. Am Abend zuvor überraschte uns Andrew noch mit der Nachricht, dass er ein Auto von einem Bekannten mieten konnte, so dass wir nun nicht mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen waren. Die Safari Truppe bestand aus Anne, mir, Andrew (der mittlerweile zu einem guten Freund für uns geworden ist), Daniel (ein Freund von Andrew, der auch Direktor an Andrews Schulprojekt ist) und dem Jungen, der bei Andrew auf die Kühe aufpasst (hier ab jetzt KJ genannt – kurz für Kuh-Junge. Sorry, aber ich weiß seinen Namen nicht und KayJay klingt doch fast pseudocool).

Früh morgens um 6 sollte es losgehen und Anne und ich wussten bereits, dass es mal locker halb 8 wird, bis wir loskommen - So ist das, wenn man mit Ugandern reist. Es wurde halb 9, aber wer wird das schon ganz genau nehmen. Daniel, der das Auto abgeholt hatte, erklärte uns den Grund für die Verzögerung:

In der Nacht hatte es leicht geregnet und die Feldwege, die man hier Straße nennt, waren schwer befahrbar. Auf dem Weg zu uns war er bereits einmal steckengeblieben, denn das gemietete Auto hatte keinen Allradantrieb (Stephen King’sches Foreshadowing: Ein Fehler, der sie noch verfolgen sollte). Trotzdem freuten wir uns, dass es endlich losging. Auf dem Weg sind wir dann noch zweimal im Matsch steckengeblieben und einmal konnten wie nicht weiter fahren, weil uns das Benzin ausgegangen war. Die Tankanzeige des Autos war nämlich auch kaputt, so dass man munter schätzen durfte, wann das Benzin leer war (in diesen Fall: beim Strich über dem Reservebereich).

Über bucklige Straßen mit riesigen Schlaglöchern erreichten wir nach 3 Stunden das Tor zum Nationalpark. Vor Ort waren auf einmal alle drei Ugander über den Eintrittspreis verwundert und eröffneten uns, dass sie KEIN Bargeld mitgenommen hätten. Die Drei hatten mit Mobile Money geplant (ein Handy-Bezahl-Service), aber das funktioniert im Park nicht. Also mussten Anne und ich für die Ugander vorstrecken, was uns ganz schön aus dem Budgetplan geworfen hat. Die Dame am Gate war auch noch unfassbar unfreundlich, schien total genervt von uns zu sein und hatte keine Lust uns irgendwelche Auskünfte zu geben, abgesehen von „Es kostet so und so viel“ „Da kann man nichts ändern“…


Im nächsten Teil lest ihr, wie es im Park mit zu wenig Geld weiterging, warum Baboons nach einiger Zeit nicht mehr attraktiv sind und von unserer Safari zu einer Zeit in der angeblich „alle Tiere schlafen, so dass man sie eh nicht sieht.“

Julian

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