Der Weg ist nicht mein Ziel
Am Mittwoch wollten wir gemeinsam mit Andrew in den
Murchison Falls Nationalpark fahren. Der flächenmäßig größte Nationalpark
Ugandas lockt mit einer riesigen Vielfalt an Tieren und wunderschöner Natur.
Hauptattraktion ist der 6m breite Wasserfall, an dem der Nil in eine tiefe
Schlucht stürzt. So die Broschüre…
Nach einiger Zeit hier könnte man meinen, man gewöhne sich
daran, dass nie etwas so läuft, wie man es plant oder es sich vorstellt, aber
so ist es nicht. Anne und ich hatten den Trip gut geplant und durchkalkuliert,
was wir an Budget mitnehmen müssten. Am Abend zuvor überraschte uns Andrew noch
mit der Nachricht, dass er ein Auto von einem Bekannten mieten konnte, so dass
wir nun nicht mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen waren. Die Safari
Truppe bestand aus Anne, mir, Andrew (der mittlerweile zu einem guten Freund
für uns geworden ist), Daniel (ein Freund von Andrew, der auch Direktor an Andrews
Schulprojekt ist) und dem Jungen, der bei Andrew auf die Kühe aufpasst (hier ab
jetzt KJ genannt – kurz für Kuh-Junge. Sorry, aber ich weiß seinen Namen nicht
und KayJay klingt doch fast pseudocool).
Früh morgens um 6 sollte es losgehen und Anne und ich
wussten bereits, dass es mal locker halb 8 wird, bis wir loskommen - So ist das,
wenn man mit Ugandern reist. Es wurde halb 9, aber wer wird das schon ganz
genau nehmen. Daniel, der das Auto abgeholt hatte, erklärte uns den Grund für
die Verzögerung:
In der Nacht hatte es leicht geregnet und die Feldwege, die
man hier Straße nennt, waren schwer befahrbar. Auf dem Weg zu uns war er
bereits einmal steckengeblieben, denn das gemietete Auto hatte keinen
Allradantrieb (Stephen King’sches Foreshadowing: Ein Fehler, der sie noch verfolgen
sollte). Trotzdem freuten wir uns, dass es endlich losging. Auf dem Weg sind
wir dann noch zweimal im Matsch steckengeblieben und einmal konnten wie nicht
weiter fahren, weil uns das Benzin ausgegangen war. Die Tankanzeige des Autos
war nämlich auch kaputt, so dass man munter schätzen durfte, wann das Benzin
leer war (in diesen Fall: beim Strich über dem Reservebereich).
Über bucklige Straßen mit riesigen Schlaglöchern erreichten
wir nach 3 Stunden das Tor zum Nationalpark. Vor Ort waren auf einmal alle drei
Ugander über den Eintrittspreis verwundert und eröffneten uns, dass sie KEIN
Bargeld mitgenommen hätten. Die Drei hatten mit Mobile Money geplant (ein
Handy-Bezahl-Service), aber das funktioniert im Park nicht. Also mussten Anne
und ich für die Ugander vorstrecken, was uns ganz schön aus dem Budgetplan
geworfen hat. Die Dame am Gate war auch noch unfassbar unfreundlich, schien
total genervt von uns zu sein und hatte keine Lust uns irgendwelche Auskünfte
zu geben, abgesehen von „Es kostet so und so viel“ „Da kann man nichts ändern“…
Im nächsten Teil lest ihr, wie es im Park mit zu wenig Geld
weiterging, warum Baboons nach einiger Zeit nicht mehr attraktiv sind und von
unserer Safari zu einer Zeit in der angeblich „alle Tiere schlafen, so dass man
sie eh nicht sieht.“
Julian
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