… ist nicht schwer?!
Die Kids bei Abato spielen mit allem: Was sie auch finden
können, sie heben es vom Boden auf und spielen damit. Nägel, Drähte,
undefinierbare Plastikteile, einfach alles. Das liegt vor allem daran, dass die
Schule zwar kleine Grünflächen und ein Fußballfeld hat, aber keine festgelegten
Spielbereiche für die Pausen. Um das zu ändern haben Anne und ich uns vorgenommen
mit den vielen Weihnachtsspenden ein neues Projekt anzugehen: Wir bauen ein
Spielplatz. Ganz low budget und ganz einfach wird das. Dachten wir. Jetzt sind
wir in der Mitte des Projektes und müssen zugeben: Alles nicht so leicht, wie
wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben uns Pläne im Internet besorgt um die
Spielgeräte zu bauen und die Fähigkeiten dazu besitzen wir auf jeden Fall auch.
Leider fehlt es uns hier an allem Anderen. Angefangen damit, dass Werkzeuge
erstmal besorgt werden müssen (Schraubenschlüssel? Nie gehört.) und diese, wenn
wir sie dann endlich haben, ganz gerne mal ins Nirvana der ugandischen
Unordnung verschwunden. „I don’t
know where it is, I had it yesterday. But I don’t remember where I put
it.” Auch super sind die Builder, die woanders auf dem Schulgelände an einem
Lehrerhaus arbeiten und einfach mal unsere Nägel nehmen, so dass wir an der
Schule ankommen und erstmal zurück in die Stadt müssen – neue Nägel holen.
Es
gibt auch keinen Strom, so dass man einige tolle Werkzeuge wie eine
Bohrmaschine vergessen kann (nicht, dass wir sowas hätten!). Stattdessen bohren
wir Löcher mit einem Handbohrer in Reifen und dicke Holzpfosten. Dafür braucht
man ganz viel Druck und Kraft um zu kurbeln. So viel, das wir das oft zu Viert
machen. Zwei halten gegen den Pfosten, einer drückt gegen den Bohrer und einer
dreht die Kurbel. Es ist einfach nur sau anstrengend und für 8 Löcher geht ein
ganzer Arbeitstag drauf, nach dessen Vollendigung wir komplett am Ende unserer
Kräfte sind.
Trotzdem halten wir uns tapfer, denn wir wollen den Kids
einen tollen Spielplatz hinterlassen. Wir bauen gerade zwei Türme, die sich
gegenüberstehen (natürlich begehbar), die mit einer Brücke aus Reifen verbunden
werden sollen. Außerdem ist eine Reifenwand zum Klettern geplant und
Rutschbahnen aus Beton. Viele weitere kleine Spielgeräte runden den Spielplatz
hoffentlich eines Tages ab. Turm eins von zwei steht und der Zweite ist auf
einem guten Weg. Außerdem hatten wir schonmal ein Reifen-Kletter-Gerät fertig,
dass dann aber wegen eines Erdrutsches (ja Erdrutsch, alles spielt gegen uns!)
wieder aus dem Boden genommen werden musste. Wir werden es aber wieder
aufbauen. Falls wir unsere Werkzeuge finden :-P
Ganz viele Dinge scheinen ganz viel gegen uns, aber wir
lassen uns nicht entmutigen. So schwer das manchmal ist, Anne und ich bauen uns
gegenseitig immer wieder auf und wir bauen gemeinsam den Spielplatz auf.
Wir lassen es euch wissen, falls wir fertig werden ;-)
Julian

