Die Todesursache N°1 ist auf Boda Boda-Fahrer zurückzuführen...
Heute wurde direkt vor der Abato School einer unserer
Schüler, der sich gerade auf seinen Heimweg machen wollte, von einem
Motorradtaxi angefahren. Die sogenannten Boda-Bodas sind hier in Uganda üblich
um schnell von A nach B zu kommen und die Fahrer sind bekannt für ihre riskante
Fahrweise. Mit einer älteren Dame als Passagierin hat der Motorradfahrer den
5-Jährigen umgefahren. Dabei fielen Fahrer und Passagierin vom Motorrad. Als
eine alte Dame und ein Kind mit offenen Wunden am Boden lagen, verschwand der
Fahrer. Fahrerflucht.
Das Kind ist dann nach Hause zu den Eltern gelaufen, weil es
nicht wusste, was es sonst tun sollte. Mit Hilfe einer Lehrerin der Abato
School kam das Kind später am Tag ins staatliche Krankenhaus von Mpigi. Dort
wollte oder konnte man dem Kind aber nicht helfen. Für eine Privatklinik (und
somit die einzige Möglichkeit in Uganda schnelle medizinische Hilfe zu
erhalten) hatten die Eltern des Jungen kein Geld. Ungefähr zu dieser Zeit erfuhren
Anne und ich an der Schule von den Geschehnissen und Anne war sofort
entschlossen, dem Kind zu helfen. Wir stiegen also ins Auto und fuhren zum
Staatskrankenhaus. Dort sammelten wir das Kind, seine Eltern und die Lehrerin
auf und fuhren sie zu einer Privatklinik. Wir erklärten uns bereit die Kosten
zu tragen. Nach einer Stunde waren die Gesundheitschecks abgeschlossen und die
offenen Wunden behandelt. Dem Kleinen geht es gut, er ist mit dem Schrecken und
einigen kleinen Platzwunden davon gekommen. Trotzdem, sowohl das Verhalten des
Fahrers, als auch die Gesundheitsversorgung Ugandas hinterlassen ein flaues
Gefühl bei uns.
Julian
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