Dienstag, 28. Oktober 2014

Stein auf Stein

Construction Part II

Unser Projekt, zwei neue Klassenräume zu bauen, läuft auf Hochtouren. Alle Wände stehen, die Räume sind innen gepflastert, die Tafel ist angebracht und das Blechdach wird von einem Holzgerüst gehalten. Am Wochenende wurde der Boden fertig gemacht, die Eingangstreppe gebaut und die Frontseite verputzt. Wenn ich vor dem kleinen Gebäude (was gar nicht so klein geworden ist) stehe, bin ich doch schon mächtig stolz auf das was wir gemeinsam geleistet haben. Ich bin auch einfach glücklich, dass wir so viel Unterstützung erhalten haben! Ohne euch (jaaa, fühl dich angesprochen!) hätten wir das alles nicht so umsetzen können.



Was wir jetzt alles können (auf die afrikanische Art): Wände hochziehen, verputzen, Holzgerüst aufstellen, Dachgerüst bauen, auf den Dachbalken rum klettern und sie als Termitenschutz mit altem Motoröl bestreichen (Gott sei Dank haben uns die Mamas bei der Arbeit nicht gesehn), Bodenschichten vorbereiten, Statik prüfen und natürlich, was auch nicht fehlen darf: Zement anrühren (der Zementmischer ist man selbst, bewaffnet mit einer Schaufel).

Was als nächstes ansteht sind die Fenster (mit vergittertem Glas- nicht schön, aber sicher), (Blech)Türen mit Schloss, die Malereiarbeiten (ich freu mich schon riesig drauf- ich darf mich mit vielen Farben austoben :D ) und die Einrichtung. Das alles wollen wir bis Mitte/Ende November fertig gestellt haben. Wenn ich so davon schreibe wächst meine Vorfreude immer mehr und ich seh die kleinen Kids schon darin spielen <3.

Anne

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Küssen verboten

Nachmacher...

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind in Uganda nicht ganz alltäglich. Anne und ich ernten schon mal seltsame Blicke wenn wir uns umarmen oder uns flüchtig küssen. Wir halten uns auch einigermaßen damit zurück, aber wenn man z.B. den ganzen Tag in der Schule verbringt, dann küsst man sich als Paar halt schon manchmal.
Kirabo hat uns gestern Abend von einem Elterngespräch erzählt, das sie tagsüber hatte:
Eine Mutter kam zu ihr und hat ihr gesagt, dass sie gesehen hat wie ihre beiden Töchter sich heimlich hinter einer Tür geküsst haben. Als die Mutter gefragt hat, was die beiden da machen haben die Kids grinsend geantwortet: „We do like Bazungu are doing!“ (Bazungu = mehrere Weiße)

Jaja – Vorbildfunktion und so. Dabei singen Anne und ich den Kindern schon dauernd „Küssen verboten“ von den Prinzen vor.

Julian

Mittwoch, 15. Oktober 2014

auf den Straßen Ugandas

Die Todesursache N°1 ist auf Boda Boda-Fahrer zurückzuführen...

Heute wurde direkt vor der Abato School einer unserer Schüler, der sich gerade auf seinen Heimweg machen wollte, von einem Motorradtaxi angefahren. Die sogenannten Boda-Bodas sind hier in Uganda üblich um schnell von A nach B zu kommen und die Fahrer sind bekannt für ihre riskante Fahrweise. Mit einer älteren Dame als Passagierin hat der Motorradfahrer den 5-Jährigen umgefahren. Dabei fielen Fahrer und Passagierin vom Motorrad. Als eine alte Dame und ein Kind mit offenen Wunden am Boden lagen, verschwand der Fahrer. Fahrerflucht.

Das Kind ist dann nach Hause zu den Eltern gelaufen, weil es nicht wusste, was es sonst tun sollte. Mit Hilfe einer Lehrerin der Abato School kam das Kind später am Tag ins staatliche Krankenhaus von Mpigi. Dort wollte oder konnte man dem Kind aber nicht helfen. Für eine Privatklinik (und somit die einzige Möglichkeit in Uganda schnelle medizinische Hilfe zu erhalten) hatten die Eltern des Jungen kein Geld. Ungefähr zu dieser Zeit erfuhren Anne und ich an der Schule von den Geschehnissen und Anne war sofort entschlossen, dem Kind zu helfen. Wir stiegen also ins Auto und fuhren zum Staatskrankenhaus. Dort sammelten wir das Kind, seine Eltern und die Lehrerin auf und fuhren sie zu einer Privatklinik. Wir erklärten uns bereit die Kosten zu tragen. Nach einer Stunde waren die Gesundheitschecks abgeschlossen und die offenen Wunden behandelt. Dem Kleinen geht es gut, er ist mit dem Schrecken und einigen kleinen Platzwunden davon gekommen. Trotzdem, sowohl das Verhalten des Fahrers, als auch die Gesundheitsversorgung Ugandas hinterlassen ein flaues Gefühl bei uns.


Julian

Sonntag, 12. Oktober 2014

Fußballturnier

Der FC Bayern München in Uganda

Mein Cousin Nils (11) hat mir immer ganz begeistert zugehört, wenn ich ihm von Uganda erzählt hab. An einem Abend meinte er, dass er noch Fußballtrikots hätte, die er gerne den Kindern der Abato School geben würde. Das hat mich so krass gefreut!
Als Christina nach ihrer Ankunft ihren Koffer auspackte, kamen da auch noch weitere Trikots zum Vorschein. Ha! Jetzt hatten wir insgesamt zehn FC Bayern München Stücke. Uns war schnell klar, dass wir ein Turnier veranstalten wollen; die Trikots sollten die Preise werden.
Am Freitag war es dann endlich so weit. Alle Kids der Primary School waren wie wild und voller Vorfreude auf die Spiele. Nach einem chaotischen, aber dennoch lustigen Aufwärmen gings los. Die Kids der Preschool standen schreiend, jubelnd, singend und tanzend am Rand und feuerten die Großen mit aller Kraft an.
Am nächsten Schultag war die Siegerehrung. Alle Kinder der Schule wurden in den größten Raum gerufen. Für das Siegerteam gabs Gummibärchen (Gesponsert von Papa. Danke :* ). FCB Kappe/Hose/ Trikots gabs u.a. für den fairster Spieler, das schönste Tor, den besten Teamplayer, die beste Spielerin und das beste Anfeuern.
Wir waren etwas verwirrt, da es so schien, als ob sich manche Kinder auf der Bühne nicht so sehr freuen würden, eher reserviert waren. Die Lehrer haben uns dann aber später aufgeklärt: Die Kids waren sprachlos, sie haben nicht mit so etwas gerechnet und waren schlicht überwältigt. Später am Tag hat man sie dann grinsen gesehen, als man sie auf ihre Preise ansprach oder sie sie ihren Mitschülern präsentierten. Sie waren stolz wie Oskar.
Nils, diese Freude geht an dich. Ich wünschte du hättest ihre Gesichter sehn können.

Anne

Montag, 6. Oktober 2014

Snickers in Kampala

Gelüste am Abend

Spät am Abend unterwegs in Kampala mit unseren Freunden Andrew und Leo. Nach einem langen Tag sind wir auf dem Heimweg und Anne sagt „I want a Snickers.“ Kein Problem erklären die Jungs. Ich frage, ob wir in den Supermarkt hier gehen sollen, aber beide sind sich sicher, dass es das dort nicht gibt. Sie sagen es seien Leute unten an der Straße, die das verkaufen. Anne und ich denken uns ‚Ist halt so in Uganda‘ und folgen den beiden. Andrew spricht einen Mann an, der vor einem Haufen Schuhen steht und diese wohl verkauft. Der Mann schüttelt den Kopf. Leo erklärt uns, der Mann der das hätte, was wir wollen, sei schon weg. Daraufhin gehen Anne und ich eigenmächtig in den Supermarkt und finden Snickers. Die beiden Jungs sind richtig verdutzt: „Oh Snickers! You wanted Snickers?! We thought Sneakers…“

Julian

Sonntag, 5. Oktober 2014

Fotos

weil Bilder doch wieder eine ganz andere Geschichte erzaehlen...

es ist nur eine kleine Auswahl, von all dem, was wir in den letzten Wochen erlebt haben.
Wenn man schon mal wlan hat, dann muss man das auch ausnutzen ;)


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