Mittwoch, 16. Juli 2014

Impfungen

Spritzenmarathon für einen Angsthasen

Ich bin da nicht so gut drin. Bin da auch noch nie so gut drin gewesen. Die Rede ist vom Spritzen kriegen. Ja, man könnte vermuten, dass das ja eine recht passive Angelegenheit ist. Man setzt sich, wird gespritzt, muss selbst eigentlich gar nichts tun. Naja. Bei mir läuft das etwas anders: Ich brauche mentale Vorbereitung, Konzentration und Willensstärke. Ich habe Angst vor Nadeln. Und das nicht zu knapp. Als Kind hatte ich am Tag einer Impfung, oder vor Blutabnahme etc. echte Kopfschmerzen vor Angst, manchmal auch Bauchschmerzen. Heute weiß ich, dass das psychologisch bedingt ist, ich bin ja schließlich fast sowas wie erwachsen. Und nebenbei auch tätowiert. Was im Endeffekt auch ganz viele Nadeln bedeutet. Trotzdem, als ich die Liste sah, welche Impfungen ich für Uganda benötige, da wurde mir ganz anders.

Hepatitis A x2
Hepatitis B
Meningokokken  
Typhus
Dyptherie
Tollwut x3
Gelbfieber

Mit irrationalen Ängsten kann ich kämpfen. Kann versuchen stark zu sein. Und selbst wenn es mir nicht so gut geht dabei, ich weiß dass ich unbedingt nach Uganda will und bin bereit dafür einiges durchzustehen. Vor der ersten Spritze war es noch schlimm. 30 Minuten vorher hatte ich einen nervösen Whatsapp Chat mit meiner kleinen Schwester (die super hart ist bei sowas, quasi 'ne Tapferkeitsmedaille für diverse Arztbehandlungen verdient). Gute Zurede von ihr und von Anne und auch ein bisschen Selbstgespräch halfen mir. Und dann: Dann war es gar nicht mehr schlimm. Geimpft werden hat wohl nur den kleinen Julian aus den 90ern so richtig geschockt. Meine große 2014er Version war mehr so: "Meh". Nicht angenehm, aber kein Problem eigentlich. Gestern bekam ich meine letzte Spritze und war gar nicht mehr nervös. Schön, wenn man Ängste überwunden hat (fun fact: Blutabnahmen sind mir noch nicht geheuer, das ist ja was total anderes).

Nur eine Sache ist da noch, die einen faden Beigeschmack hinterlässt- Impfungen gehen richtig ins Geld. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten, manche nicht. Meine nicht. Also eigentlich nicht. Ein kurzes Gespräch am Telefon mit einem Vertreter meiner Kasse und schwupps - die Aussicht einen (noch familienversicherten) Kassenpatienten vielleicht zu verlieren, wenn man ihm nicht entgegenkommt wirkte Wunder und so übernimmt meine Kasse nun doch 50 % der anfallenden Gesamtkosten. Immerhin. 
486,- € kostet der Spaß insgesamt. 244 auf mich ... Oh und Malariaprophylaxe, aber das wird nochmal  ein ganz eigenes Thema ... 


Julian

1 Kommentar:

  1. Deine Schwester musste ja auch schon so einiges aushalten und kennt es ja fast nicht anders, da es ja von klein auf bei mir mit pieksen los ging und das immer mal wieder. Aber ich bin gerne für dich da und mach dir Mut, hab dir ja gesagt, es ist nicht so schlimm, wie du denkst. Außerdem hab ich dir angeboten zu tauschen, aber du wolltest das ja lieber nicht, haha. Weißt du, auch deine kleine Schwester hat vor manchen Sachen Angst, was Ärzte angeht, beispielsweise vor jeder kleinen OP, auch wenn ich die OP evtl. schon kenne und weiß, dass sie ganz klein und harmlos ist und sogar jeder Krankenhausaufenthalt macht mir Angst. Ich glaube sogar, dass du da tapferer wärst, wenn es nur drum ging, im Krankenhaus zu bleiben. Aber egal was ist, uns bringt nichts um, wir sind eine Familie und ist einer mal in etwas nicht stark, ist es der andere dafür, das gilt auch für sowas :)

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