Vitamin B
Die Suche nach einer Hilfsorganisation erwies sich als schwierig. Es gibt zwar viele Möglichkeiten, doch die meisten davon wollen teuer für ihre Connections bezahlt werden. Darauf hatte ich keine Lust. Es gibt allerdings auch Organisationen, die Stipendien vermitteln (wie z.B. weltwärts). Doch die Stiftungen, mit denen man über die Homepages in Verbindung treten kann, heißen Paare nur sehr selten willkommen. Außerdem waren wir mit unseren Bewerbungen teilweise bereits zu spät. Ein Freund brachte mich auf die Idee Organisationen im Ausland direkt anzuschreiben und unsere Hilfe anzubieten. Gesagt, getan. Viele verschiedene Bewerbungen gingen raus und wurden in die ganze Welt versandt. Unsere Motivation fuhr Achterbahn: manche Antworten machten uns Hoffnungen, die meisten waren aber eher ernüchternd. Nach einigen Wochen entfernten wir uns von dem Wunsch in Afrika mit Kindern arbeiten zu können und erkundigten uns nach anderen Projekten, die Unterstützung brauchen. Dann hieß es warten...... bis Leonard Kakooza mir über facebook eine Nachricht schrieb. Kennen gelernt habe ich Leo auf meiner Reise nach Südarfika. Mich ein wenig ärgernd, dass ich nicht früher auf die Idee kam, fragte ich ihn, ob er nicht eine Organisation kennt, die über vier weitere Hände glücklich wäre. Leo war wieder in Uganda, seiner Heimat und berichtete von Abato, einer Hilfsorganisation für Kinder, die sein Schulfreund vor zwei Jahren auf die Beine gestellt hatte. Julian und ich schauten uns ihren Internetauftritt an und Aufregung machte sich breit. Das hörte sich alles so perfekt an und wir füllten sofort das Kontaktformular aus.
Am nächsten Tag hatte ich eine Freundschaftsanfrage bei facebook von einer Person die ich nicht kannte. Beinahe hätte ich sie ignoriert- Julian jedoch nicht: die Anfrage kam von Moses Kalanzi, dem Gründer der Abato Foundation Uganda! Oh mein Gott- JETZT war ich aufgeregt! Julian und ich hauten in die Tasten zeigten uns Moses von unsere besten Seite. Dann hieß es warten. Jeden Tag checkten wir mehrmals unseren Posteingang. Jede neue Nachricht ließ mein Herz höher schlagen- doch es war wieder keine Antwort von Moses.
Dann, am 23. Dezember bekamen Julian und ich nach sieben langen Tagen Antwort:
Moses Nachricht haute mich um. Ich verstand nur die Hälfte seines Textes, weil ich das alles nicht glauben konnte. Wir saßen beide wie versteinert vor dem PC.
Julian brach die Stille: "Anne, wir fliegen nach Uganda."
Anne

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